Eine Reisebüro-Website muss heute vor allem auf dem Handy schnell und klar funktionieren, zeigen, wer hinter dem Büro steht, und den nächsten Schritt leicht machen: anrufen, Termin buchen, schreiben oder direkt online buchen. Die Kosten bestehen aus einer einmaligen Einrichtung, laufenden Kosten für Betrieb, Wartung und Software und Deiner eigenen Zeit für die Pflege; ein Buchungssystem kommt als eigener Posten dazu. Vergleiche Angebote deshalb immer über mehrere Jahre und mit allen Posten, nicht nur nach dem Einrichtungspreis.
Was eine Reisebüro-Website heute leisten muss
Oft ist die Website nicht der erste Kontakt: Viele sehen zuerst Dein Google-Profil oder einen Beitrag auf Instagram und klicken dann weiter. Auf der Website wollen sie in wenigen Sekunden drei Dinge klären: Seid Ihr die Richtigen für meine Reise? Kann ich Euch vertrauen? Wie komme ich am schnellsten weiter?
Daraus ergibt sich die Pflichtliste:
- Mobil zuerst. Google verwendet für Indexierung und Ranking die mobile Version einer Website. Inhalte, die nur in der Desktop-Ansicht stehen, berücksichtigt Google deshalb im Zweifel nicht.
- Schnell. Google misst die Nutzererfahrung mit den Core Web Vitals. Als gut gilt, wenn der Hauptinhalt innerhalb von 2,5 Sekunden geladen ist, die Seite auf Eingaben innerhalb von 200 Millisekunden reagiert und nichts verrutscht, während sie lädt.
- Menschen zeigen. Team mit Fotos und Namen, Eure Spezialgebiete, Euer Büro. Das unterscheidet Dich von jedem Reiseportal.
- Kontakt ohne Suchen. Telefon, WhatsApp, E-Mail, Adresse und Öffnungszeiten auf jeder Seite erreichbar; dazu ein Weg, einen Beratungstermin zu buchen.
- Konkrete Angebote. Ein paar aktuelle Reiseideen mit klarem nächsten Schritt sind mehr wert als eine leere Startseite mit Strandfoto.
- Pflegbar. Du oder Dein Team müsst Öffnungszeiten, Team und Aktionen selbst ändern können, ohne für jede Kleinigkeit eine Agentur zu beauftragen.
Was rechtlich auf die Website gehört
Ein kurzer Überblick (Orientierung, Stand Oktober 2026, keine Rechtsberatung; im Einzelfall Kanzlei oder Verband fragen):
- Impressum. Die Pflichtangaben stehen seit Mai 2024 im Digitale-Dienste-Gesetz, unter anderem Name, Anschrift, E-Mail, gegebenenfalls Registereintrag und Umsatzsteuer-ID.
- Datenschutzerklärung. Sie beschreibt, welche Daten die Website verarbeitet, etwa über Kontaktformular, Terminbuchung oder Analyse-Werkzeuge.
- Einwilligung für Cookies und Tracking. Was nicht unbedingt nötig ist, um die Website bereitzustellen, braucht vorher eine Einwilligung.
- Preise. Nennst Du Privatkund:innen Preise, gilt die Preisangabenverordnung, in der Regel mit Gesamtpreis.
- Barrierefreiheit. Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz auch für Websites, über die Verbraucher:innen Verträge abschließen können. Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten (weniger als zehn Beschäftigte und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme), sind ausgenommen. Wer größer ist und online buchen lässt, sollte prüfen lassen, ob und wie das Gesetz für die eigene Website gilt.
- Pauschalreisen online. Wer Pauschalreisen buchbar macht, muss vor der Buchung die gesetzlichen Informationen samt Formblatt bereitstellen; als Reisevermittler musst Du im Zweifel nachweisen, dass Du informiert hast. Frag Deinen Anbieter, wie seine Buchungsstrecke das abdeckt.
Mit oder ohne Buchungssystem?
Die wichtigste Entscheidung ist nicht das Design, sondern die Frage, ob Kund:innen auf Deiner Website buchen können sollen.
Ohne Buchungssystem ist die Website eine Visitenkarte mit Angeboten. Kund:innen rufen an, schreiben oder kommen vorbei. Das reicht, wenn fast alle Buchungen über die persönliche Beratung laufen.
Mit Buchungssystem (Internet Booking Engine, kurz IBE) suchen Kund:innen Hotels, Pauschalreisen oder Kreuzfahrten mit aktuellen Preisen und buchen selbst, auch abends und am Wochenende. Für die Beratung heißt das: Statt eines PDFs, das nach zwei Tagen veraltet ist, schickst Du einen Link zu Angeboten mit aktuellen Preisen.
Ein Buchungssystem lohnt sich vor allem, wenn Du online neue Kund:innen erreichen willst, Deine Stammkund:innen auch außerhalb der Öffnungszeiten buchen möchten oder Du Angebote häufig per Link verschickst.
Drei Wege im Vergleich
Die Kostenposten im Überblick
Egal, welchen Weg Du gehst: Rechne mit diesen Posten und vergleiche sie über mindestens drei Jahre.
Zum Vergleich ein konkretes Preismodell: eniyanWAVE, unsere Website mit integriertem Buchungssystem, kostet einmalig 2.990 € Einrichtung und 269 € pro Monat, dazu 1 % des Buchungsumsatzes je über die Website getätigter Buchung (alle Preise netto zzgl. MwSt.). Angenommen, über die Website laufen in einem Monat Buchungen für 10.000 €, dann kommen in diesem Monat 100 € Umsatzanteil hinzu. Das Beispiel ist eine Rechnung mit einer angenommenen Zahl, keine Erfahrungsangabe.
Fragen an jeden Anbieter
- Auf wen läuft die Domain, und was passiert mit ihr bei einer Kündigung?
- Wie lange läuft der Vertrag, und wie wird gekündigt?
- Kann ich Texte, Bilder und Öffnungszeiten selbst ändern?
- Welche Veranstalter und Reisearten sind im Buchungssystem enthalten, und kann ich sie steuern?
- Wie werden Zahlungen abgewickelt, und wer ist Vertragspartner bei einer Buchung?
- Wer hält Impressum, Datenschutzerklärung und Einwilligungs-Banner aktuell?
- Gibt es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung?
- Wie schnell lädt die Website auf dem Handy, und wie wird das gemessen?
- Kann ich eine Beispiel-Website ansehen und selbst durchklicken?