Ein Redaktionsplan legt fest, wann Du welches Thema auf welchem Kanal postest. Für ein Reisebüro reichen drei Ebenen: Jahresthemen entlang der Reisesaison und der Schulferien Deines Bundeslands, ein fester Wochenrhythmus und Platz für spontane Anlässe. Plane das Jahr grob und die nächsten zwei bis vier Wochen konkret, denn Preise und Verfügbarkeiten ändern sich zu schnell, um Angebote monatelang vorzuproduzieren.
Was ein Redaktionsplan leistet
Der Montag beginnt, das Telefon klingelt, eine Kundin steht am Tresen, und irgendwo im Hinterkopf steht die Frage: Was posten wir diese Woche? Ein Redaktionsplan beantwortet sie, bevor sie entsteht. Er ist kein Werbekonzept und keine Agenturmappe, sondern eine einfache Übersicht: Datum, Kanal, Thema, wer kümmert sich.
Der Nutzen liegt weniger im perfekten Beitrag als in der Regelmäßigkeit. Wer nur postet, wenn gerade Zeit ist, verschwindet ausgerechnet in den vollen Buchungswochen von Instagram und Facebook, also dann, wenn viele Kund:innen über Reisen nachdenken.
Die drei Ebenen: Jahr, Monat, Woche
Das Jahr gibt die großen Themen vor. Welche Reisezeit wird gerade gebucht? Wann beginnen die Ferien in Deinem Bundesland? Wann ist Dein Infoabend, wann bist Du auf Inforeise?
Der Monat macht daraus zwei bis vier Schwerpunkte, zum Beispiel „Herbstferien-Restplätze“, „Adventsaktion Reisegutschein“ und „Kollegin stellt sich vor“.
Die Woche ist der Rhythmus, den Du durchhältst, etwa drei feste Posting-Tage. Wie Du die Tage mit Beitragsarten füllst, steht in unserem Artikel Social Media fürs Reisebüro: Was Du wirklich posten solltest.
Der Saisonkalender des Reisebüros
Die Themen im Reisebüro folgen weniger dem Kalender als den Buchungszeiten: Gepostet wird, wenn Kund:innen entscheiden, nicht wenn sie verreisen. Eine Orientierung (Vorschlag, an Dein Büro anpassen):
Wichtig sind die Schulferien Deines Bundeslands. Die Sommerferien sind zwischen den Ländern gestaffelt: 2027 beginnen sie in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland schon am 28. Juni, in Bayern enden sie erst am 13. September. Ein Beitrag zu „Last Minute in den Sommerferien“ kommt also je nach Bundesland zu ganz unterschiedlichen Zeiten richtig. Trag die offiziellen Termine Deines Landes für das ganze Jahr in den Plan ein, bevor Du irgendetwas anderes planst. Die Kultusministerkonferenz veröffentlicht sie für alle Länder.
Eigene Anlässe: das, was nur Dein Büro hat
Der Saisonkalender gilt für alle Reisebüros. Unverwechselbar wird Dein Plan erst mit Deinen eigenen Terminen:
- Veranstaltungen: Infoabend, Kreuzfahrt-Abend, Reisevortrag, Tag der offenen Tür
- Team: neue Kollegin, Dienstjubiläum, Rückkehr von einer Inforeise
- Lokal: Stadtfest, Weihnachtsmarkt, Schulabschluss, Vereinsjubiläum
- Feste Daten: Valentinstag, Muttertag und Weihnachten als Anlass für Reisegutscheine
- Branche: Messen wie die ITB Berlin (2027 vom 16. bis 18. März), wenn Du dort bist und davon erzählen kannst
Trag diese Termine mit Vorlauf ein: Ein Infoabend braucht eine Ankündigung etwa zwei bis drei Wochen vorher, eine Erinnerung kurz davor und danach einen Rückblick mit Fotos (nur mit Einwilligung der Gäste).
Deine Vorlage: eine Tabelle reicht
Du brauchst kein teures Werkzeug. Eine geteilte Tabelle mit diesen Spalten genügt:
Die Spalte „Quelle der Fakten“ ist die wichtigste. Sie zwingt Dich, jedes Angebot aus einer echten Quelle zu bauen: Hotelbeschreibung, Angebotslink, Veranstalter-PDF. So landen keine falschen Ausstattungsmerkmale oder Preise im Beitrag.
So füllst Du die Vorlage in rund einer Stunde:
- Schulferien Deines Bundeslands und die Feiertage eintragen.
- Eigene Termine eintragen: Veranstaltungen, Messen, Inforeisen, Urlaube im Team.
- Je Monat zwei bis vier Schwerpunkte aus dem Saisonkalender wählen.
- Feste Posting-Tage festlegen und auf die Wochen verteilen.
- Für jeden Tag eine Person eintragen, auch für die Urlaubszeit.
- Einmal im Monat 30 Minuten blocken, um die nächsten Wochen konkret zu füllen.
Grob planen, kurz vorher füllen
Ein Fehler, den viele machen: Sie produzieren im Januar alle Beiträge für das Frühjahr vor. Im März ist das Hotel ausgebucht, der Preis ein anderer und der Beitrag falsch. Deshalb gilt: Themen und Termine fürs ganze Jahr, fertige Beiträge nur für die nächsten zwei bis vier Wochen.
Zeitlose Beiträge kannst Du dagegen gut auf Vorrat anlegen: Team-Vorstellungen, Packlisten, Tipps zur Reiseversicherung, Einblicke ins Büro. Sie füllen Lücken, wenn es in der Hochsaison eng wird.
Werkzeuge: was Du wirklich brauchst
Für die Planung genügt eine Tabelle, die alle im Team öffnen können. Zum Veröffentlichen kannst Du Beiträge für Facebook und Instagram in der Meta Business Suite im Voraus einplanen. Beiträge im Google-Unternehmensprofil erstellst Du direkt im Profil.
Wenn Dir das Schreiben die meiste Zeit kostet, hilft ein Werkzeug, das aus Deinen Quellen Beiträge macht. Mit SPLASH Studio erstellst Du aus einem Link, einem PDF oder ein paar Stichworten fertige Beiträge im Look Deines Büros, und es kommt nur hinein, was in der Quelle steht. Für Studio kannst Du eine kostenlose Testphase anfragen; die Funktionen werden schrittweise freigeschaltet.
Typische Fehler
- Zu viel vornehmen. Lieber drei Beiträge pro Woche, die Du ein Jahr durchhältst, als täglich und nach vier Wochen gar nicht mehr.
- Nur Angebote planen. Ein Plan aus reinen Angeboten wirkt wie ein Prospekt. Team, Tipps und Veranstaltungen gehören fest hinein.
- Die Hochsaison vergessen. Genau dann ist im Büro am meisten los. Plane diese Wochen besonders früh und mit zeitlosen Beiträgen als Puffer.
- Keine Zuständigkeit. Steht bei einem Beitrag kein Name, macht ihn niemand.
- Plan einmal erstellt, nie angesehen. Der Plan lebt nur, wenn Du ihn monatlich nachziehst.